Montag, 5. Oktober 2009

Der alte Baum

Mein alter freund, er steht knorrig im Garten,
seine Äste sehen bedauernswert drein,
allerdings tut ihm die Frühlingssonne gut,
man sieht allmählich zarte Spitzen sprissen,
selbst Knospen bleiben nicht mehr aus.
Es entfaltet sich eine einzigartige Blütenpracht,
die wärmende Sonne kitzelt ihn wach, sie lacht.
Bald trägt er Früchte in beträchtlicher Zahl,
Leben spendendes Wasser ist ein Labsal,
es schützt vor der Sommerhitze und deren Qualen.
Von Tag zu Tag reifen die Früchte schneller heran,
immer näher rückt bereits die Erntezeit,
sein Blätterdach lichtet sich nun sacht,
der Sonne Kraft erschlafft, die Nächte werden kühler,
der alte Baum spürt den Herbst entschwinden.
Stürme schütteln meinen Freund, den alten Baum,
nach viel Regen kommt der Schnee, ein schmerzliches Bild,
Äste, sie fallen, er wiegt sich im Wind,
er träumt von der Frühlingssonne, von Wärme,
sein sehnlichster Wunsch, noch ein Jahr überleben.

Dienstag, 2. Juni 2009

Tember Utopie oder Wirklichkeit: Leseprobe


-Als Pit fast an Eraskos herangerobbt war, griff dieser blitzschnell zu, warf ihm das Tuch über und steckte ihn gegen seinen Willen in die Kiste. Der Professor und Sabrina sprangen sofort hinzu und warfen den Deckel drauf. Pit schrie fürchterlich, er schien die Kiste zu zerlegen, doch es half ihm wenig. Alle drei atmeten auf. Sie wußten wie sie aussahen, zerkratzt und dreckig, genau das richtige Aussehen für eine Geburtstagsparty.

"Herzlichen Glückwunsch von uns allen!" Mit diesen Worten überreichten sie die Kiste, und nahmen sehr schnell Abstand. Peter runzelte die Stirn, irgend etwas mußte in der Kiste sein, wegen dem seine Freunde so zerzaust waren. "Was ist in der Kiste drin?" "Schau selbst nach, dann weißt du es." Die drei warteten. Peter trat ganz vorsichtig heran, er belugte die Kiste von allen Seiten. Darin bewegte sich was, das war nicht zu überhören. "Sehe ich vielleicht auch so aus falls ich sie öffne?" Er nahm das Schloß ab, legte den Bügel nach oben und schon sprang die Kiste auf. Mit einem ohrenbetäubenden Fauchen sprang Pit ihm an den Kragen und ließ nicht mehr los. "Hilfe! Was ist das!" Peter war zu erschrocken um den Übeltäter gleich erkannt zu haben. "Verdammt, laß jetzt los, sofort sage ich!" Und siehe da, Pit der Zweite ließ los und schmiegte sich an Peters Brust. Erst jetzt erkannte Peter diesen Übeltäter. "Pit? Nein, Pit lebt schon lange nicht mehr. Aber er sieht aus wie er." "Sehr richtig Peter, ich selbst habe ihn für dich aufgezogen." "Herr Professor, ich weiß gar nicht ..."

"Werden wir jemals die Erde wiedersehen? Wird uns das Schicksal je wieder in die Nähe von Tember verschlagen?" Eine Antwort gab es darauf nicht. Die Phantom nahm ihre alten Koordinaten auf und entschwand den Blicken der Freunde auf Tember.

Sonntag, 10. August 2008

Pirat wider Willen: Leseprobe


ISBN 978-3-938487-27-3


Das der Dicke fehlte, merkte noch immer niemand. Der war bereits lange außer Sichtweiter, er lief in die falsche Richtung, dass er sich auf die Oase zubewegte, schien er selbst nicht zu ahnen. Sein Pferd wurde etwas unruhig, es schien eine Witterung zu haben.


"Was ist denn auf einmal mit dir los? Hast du vielleicht Durst?" Der Dicke blieb stehen, um den Wassersack vom Sattel zu nehmen. Er vergaß dabei die Zügel festzuhalten, was ein großer Fehler war.


"Halt, bleib stehen!" Der Dicke senkte den Kopf. "Du also auch."


Völlig deprimiert versuchte sich der Dicke hinzusetzen, ohne Erfolg. Die Schmerzen würden ihm den Verstand rauben, soviel war ihm klar. Warum hörte ihm nie jemand richtig zu? Er wollte nicht Reiten, aber nein, alle lachten nur. Keiner schien ihn zu verstehen. Allmählich wurde ihm klar, dass er nach dem Pferd Ausschau halten sollte. Was er auch tat, während er in Zeitlupe aus der Hocke aufstand.


"Man! Wenn ich keinen Sonnenstich habe, dann sehe ich dort hinten etwas Grünes!"