Montag, 5. Oktober 2009

Der alte Baum

Mein alter freund, er steht knorrig im Garten,
seine Äste sehen bedauernswert drein,
allerdings tut ihm die Frühlingssonne gut,
man sieht allmählich zarte Spitzen sprissen,
selbst Knospen bleiben nicht mehr aus.
Es entfaltet sich eine einzigartige Blütenpracht,
die wärmende Sonne kitzelt ihn wach, sie lacht.
Bald trägt er Früchte in beträchtlicher Zahl,
Leben spendendes Wasser ist ein Labsal,
es schützt vor der Sommerhitze und deren Qualen.
Von Tag zu Tag reifen die Früchte schneller heran,
immer näher rückt bereits die Erntezeit,
sein Blätterdach lichtet sich nun sacht,
der Sonne Kraft erschlafft, die Nächte werden kühler,
der alte Baum spürt den Herbst entschwinden.
Stürme schütteln meinen Freund, den alten Baum,
nach viel Regen kommt der Schnee, ein schmerzliches Bild,
Äste, sie fallen, er wiegt sich im Wind,
er träumt von der Frühlingssonne, von Wärme,
sein sehnlichster Wunsch, noch ein Jahr überleben.

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